Dienstag, 13. Februar 2007

Kleingeld


Mein letzter Eintrag liegt schon eine Weile zurück, aber das war absolut geplant und musste so sein. Denn ich brauchte ein bisschen Zeit, um mich mit dem Kleingeld in meinem roten Portemonnaie und verschiedenen Verwendungszwecken sowie umfassenden Studien zur bestmöglichen und schlechtesten Anlage dieses Münzgeldes zu beschäftigen. In den vergangenen vier Wochen fristete ich mein Dasein am Rande des Existenzminimums und musste zum ersten Mal seit langer Zeit erfahren wie es ist, ein Zwei-Euro-Stück als wertvollstes Zahlungsmittel zu besitzen. In diesen Testwochen habe ich die wahre Bedeutung von Zwanzig- und Zehn-Cent-Münzen erst richtig kennengelernt. Denn obwohl ich seit Wochen am Jammern bin, ich hätte kein Geld mehr, schaffte ich es doch recht regelmäßig, meine gülden glänzenden Münzen für einen schmackhaften Döner oder ein leckeres kleineres alkohlisches Getränk zusammenzukratzen. Nebenbei konnte ich sogar noch zwei für mich neue Kneipen kennenlernen und habe mir gemerkt: in der einen muss man für einen Baileys vier Zehnerchen mehr herschenken als im Spielplatz, in der anderen nicht. Und wenn man dem freundlichen Kebabhausmenschen das Geld für den Döner perfekt abgezählt, z.B. ein Euro-Stück, zwei Fünfziger, zwei Zwanziger und einen kleinen Zehner, gibt und dazu nett lächelt, bekommt man den großen, duftenden, saftigen, leckeren Döner mit extra viel Fleisch, Zwiebeln und Knoblauchsoße immer noch zum Schülerdönerpreis. Jaja. Ich behaupte nicht, dass das interessant ist. Aber für mich waren es sehr wichtige Erfahrungen. Wirklich.
Liebe Grüße,
eure Caro