Freitag, 18. April 2008

Wochenend und Sonnenschein


Meine Bewerbung für Basel ist seit 10,5 Stunden weg, ihr könnt mir also nur noch die Daumen drücken oder es bleiben lassen, jedenfalls hab ich jetzt keine größere Aufgabe mehr.

Deshalb hatte ich heute die einmalige Gelegenheit, mich mit einer Kugel Schokoeis in der Waffel auf den Uniplatz zu setzen und mit an die Alte Uni gelehntem Kopf die erquicklich warme Sonne zu genießen. Ich hatte es mir ganz hübsch vorgestellt, bei diesem endlich wieder schönen Wetter tausende fröhliche, sonnenhungrige Menschen zu beobachten und mich am Nichtstun so richtig zu freuen. Als Erstes lief eine Gruppe kulturell interessierter Rentner quer durch mein Sichtfeld. Offenbar reichen knappe 15 Grad, um den Deutschen zu seiner schlimmsten Sünde anzustiften: weiße Socken in Sandalen. Und die netten alten Damen konnten auch endlich wieder ihre Krampfadern lüften, welch Wohltat. Eine kleine Gruppe halbstarker HipHop-Freaks war ihnen dicht auf den Fersen, und aus der entgegengesetzten Richtung drängten sich zwei wirklich wunderschön geschminkte Studentinnen mit falschen Gucci-Täschchen in mein Blickfeld. Nicht nur weil die Sonne ganz schön blendete, schloß ich die Augen und stellte mich auf ein friedliches Sonnenbad ein - bis sich fünf Meter weiter eine Gruppe holländischer Jugendlicher niederließ, eine offensichtlich genervte Mutter in herzallerliebstem Schwäbisch nach ihren ungezogenen Kindern rief und mir schließlich die Sonne gestohlen wurde. Von zwei jungen Männern (!), oder eher Jungs (ob sie wohl schon 15 waren?), die mit ihrer Schulklasse aus Belgien unterwegs waren und echte Heidelberger kennenlernen sollten. Für ortskundig gehalten zu werden schmeichelte mir natürlich, und so ließ ich mich auf ihre kleine Umfrage ein - die sich auf die Fragen, ob ich Alkohol trinken, belgisches Bier und Heidelberger Diskotheken kennen würde, und ein Beweisfoto beschränkte. Aber immerhin konnte ich heute zwei junge Menschen sicher sehr glücklich machen. Die Sonne wollte ich aber trotzdem noch ein bißchen nutzen, und um weiteren akustischen Störungen vorzubeugen, ließ ich mir vom iPod helfen.
So lässt es sich aushalten, im (t)ollen Heidelberch, in der Sonne.

Liebe Grüße,

eure Caro

Montag, 7. April 2008

Nichts Neues in Apfelhausen

Nach... Semesterferien hat mein Keller mich seit gestern Abend endlich wieder. Ja, wie habe ich ihn vermisst. Und er mich erst. Wir könnten ein richtig hübsches Paar abgeben, wir beide. Aber er hat ja schon seit mindestens 60 Jahren eine Andere; die Gute wohnt über mir und hat ihren Fernseher wiedermal so laut gestellt, daß ich wirklich selbst keine Musik anmachen muß - sehr praktisch.

Die Vorlesungszeit hat also wieder angefangen und ich habe noch keine einzige Veranstaltung meiner Studienfächer belegt, nur meinen tollen Lateinkurs besuche ich wohl weiter. Wie die meisten von euch wohl wissen, habe ich vor, im Sommer Heidelberg den Rücken zu kehren und ab September in Basel zu studieren; und da vermutlich verschwindend wenige der Punkte, die ich hier sammeln könnte, dort angerechnet werden können, und alles aus meinen Fächern zu langweilig ist, um es vollkommen freiwillig zu machen, mach ichs auch nicht. Und mir bleiben nur freie Morgen zum Ausschlafen, wunderbare freie Tage, Fahrschule, Latein und Chor abends. Vermutlich sollte ich das genießen.

Was stellt ihr mit so viel Freizeit an?

Liebe Krüße,
eure Caro