Dienstag, 12. Juli 2011

Pausen, die keiner braucht.












Zehn Tracks auf "Icke Wieder".

Neun juckende Ameisen- und Mückenkollateralschäden.
Acht Bücher auf dem Schreibtisch.
Sieben Franken übrig für die Woche.
Sechs Tage vor keiner Bühne.
Fünf Nächte in richtigen Betten.
Vier Sekunden zwischen Blitz und Donner.
Drei Tage ohne meine Julinde.
Zwei Waschmaschinenladungen.
Ein kleines Bier jeden Abend.


Man möchte sagen:
Teppich, zur Schenke! Der fliegende Teppich bleibt ein Traum. Aber die Schenke, die wird bald wieder Wirklichkeit. Hurra!

Dienstag, 12. April 2011

Nach, zwischen und vorm Semester

Ja, das wahre Leben ist wieder angerollt! Als Belohnung und Motivation für Arbeit, die vor, hinter und unter mir liegt bildeten die vergangenen 11 Tage einen furiosen Saisonstart. Die zwischen den Highlights liegenden sonnigen Regenerationstage in Schloßborn, Wäschenbeuren und Basel waren übrigens auch fast alle super ;)

31. März - Fiddler's Green Acoustic Tour in Aschaffenburg, als Doppelgeburtstags-Nachfeierei (Sunny und Mirsch, alles Liebe zum 66.!) mit bestem Feier-Publikum und kurioser anschließender Hotelparty.

2. April - Mittelalter rockt! in Illingen mit Spielbann (naja), Ragnaröek (yeeah!) Schelmish (hurra, Augen zu und Markt...) und Saltatio (ach...). Herrliche Auspowerung mit Sunny, Jule, Jenny, Volki, Jana, Met u.v.m.

6. April - Beasty Butterfly in der Fabrik in Bruchsal, spaßige Metal-Cover-Party mit dem Trommler am Mikrophon und dem guten Volki als Laune-Party- und Schlafretter.

7. April - Schulkonzert Freihofgymnasium. Nun ja. Aber mit Tränen in den Augen, wenn das Schwesterchen auf der großen Bühne Stand by Me trällert.

8. April - Feuerschwanz in München, erst unplugged im Saturn, dann vollplugged mit Metmaschine und - Dusche. Ich stinke nicht!

9. April - große gemütliche wunderbare Geburtstagssause für die Julinde, die endlich auch groß ist. Alles Liebe, meine Süße! Bunt zusammengewürfelte Runde im heimischen Garten, vereint durch viel Fleisch und Alkohol.

10. April - verkaterte Zugfahrt zum Fiddler's Green & In Ex - Konzert in Zürich. Zu kurzer, aber superer Fiddlers-Vorband-Auftritt und angenehme Überraschung von den InExtremisten, zu früher Abgang wegen Zug nach Basel.

Und immernoch tot, irgendwie, aber glücklich. Jetzt doch noch eine echte Uni-Woche, morgen solls sogar regnen (!)... und Sonntag gehts weiter. Immer Richtung Gelsenkirchen.
Prost!

Sonntag, 27. März 2011

Ein Vorsommernachtsträumchen

So gerne ich im harten Alltag Zeug organisiere, kontrolliere und entscheide, so sehr brauche ich solche Zeiten, in denen nichts geplant ist und deshalb alles wunderbar läuft. Vorgestern gab es endlich wieder mal so eine, an einem ersten lauen Abend am ruhigen Rhein mit Bier und Wein, vielen Freunden und ohne Ziele. Einfach treiben lassen in dieser ersten - man möchte sagen: Sommernacht, über die Brücken und wieder zurück, zum angriffslustigen Schwan und weinselig-hochphilosphischen Gesprächen. Auch kurz in die Stammkneipe zu unfassbarem Kicker-Triumph als Energiespritze. Schließlich mit überraschenden, willkommenen Schlafgästen in die heimische Küche zurückkehren und erst ins Bett gehen, wenn Brot, Kekse und Aktivität endgültig erschöpft sind. So und ähnlich stelle ich mit das wahre Leben vor, und auch deshalb freue ich mich dermaßen fanatisch auf den nahenden Sommer und die Marktsaison. Perfektionierter Müßiggang, schönste Zerstreuung und tiefer Frieden. Was will mensch mehr?
*plop* - sprach's und fand sich am Schreibtisch mit Ausblick auf grauen Himmel und graue Häuserwand wieder.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Von den kleinen Niederlagen des Alltags

Heute stehe ich schon um halb acht auf. Frisch, munter und motiviert gehe ich einem ersten langen Unitag nach langer Zeit entgegen. Ich werde mich den ganzen Tag meiner akademischen Bildung widmen, meinen Horizont erweitern und zwischendurch höchstens ein paar Sonnenstrahlen abgreifen gehen. Säuberliche Notizen und mein wacher Blick werden mich begleiten, ich werde 20 neue Mitstudierende kennenlernen und die spannendsten Referatsthemen samt bewundernder Blicke der Professoren ergattern. Und wenn ich spätabends schließlich nach Hause komme, gibt es nur noch Salat, Dusche und Mommsen-Lektüre zur guten Nacht.
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Gegen halb zehn schaffe ich es, aus dem Bett zum Klo zu rollen. Knapp pünktlich schlurfe ich ins Historische Seminar, durch den Qualm der Raucher vor der Tür in den Qualm des Übungsraums 1 mit der stinkenden Lüftungsanlage. Die immer gleichen langweiligen Pappnasen stieren den Professor teilnahmslos an, der uns trockenst detalliert mit dem Semesterplan vertraut macht. Jeder versucht, möglichst wenig Arbeit für sich herauszuschinden. In den nächsten sechs Stunden werden die Lüfte immer schlechter, die Gesichter immer leerer und die Fragen immer dümmer. Warum sollte es dieses Jahr auch anders sein. Ich döse vor mich hin und träume dem unverdienten Feierabend-Döner vorm Fernseher entgegen. Und kann mich glücklich schätzen, von meinen Mitbewohnerinnen wenigstens noch zur Biervernichtung die Treppe runter getrieben zu werden, bevor ich der Misere ein Ende setze und das Bett mich endlich wiederhat. So ein schöner akademischer Tag!

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Das erste Türchen

habe ich heute geöffnet, war ein kleiner Kinderriegel drin. Einige der ungezählten und unzähligen Freuden des Winters, die ich zur Selbstmotivation hier aufzählen möchte:
- heiße Schokolade mit Amaretto
- Schnee überall dort, wo man nicht schippen, fahren oder reinlatschen muss
- Lebkuchen
- Ente mit Rotkohl aufm Markt
-

Oh, ich fürchte, das wars schon. Ziemlich kacke hingegen:

- Unwirksamkeit von Alkohol ab gewissen niedrigen Temperaturen
- neun Stunden Tageslicht
- nasse, kalte Füße
- Schneematsch in der Stadt
- krankbleiche Gesichter allüberall
- Weihnachtslieder
- Glühwein
- Zwiebellook statt Beinfreiheit
- Kälte überhaupt
- Heizkosten
- hungernde frierende Bettler
- stinkende Trams
- to bei continued - bin dankbar für Hilfe bei ersterer Auflistung.

Samstag, 20. November 2010

Fast geschafft...


...ist der November, halleluja! Und trotz kurzzeitiger Löcher war es ein recht erträglicher seiner Art. Verbracht habe ich ihn nämlich statt im üblichen trüben Grau in meiner neuen WG, in der Küche, in meiner neuen Stammkneipe, am Kickertisch, im Solebad und in der Uni, sodaß ich oft die Augen vor frühem Sonnenuntergang und Dauerregen verschließen konnte, hurra.
Letzte Nacht wurde meine Einstandsparty endlich und glorreich gefeiert, mit unzähligen liebgewonnenen und unbekannten Gesichtern, Schokobrunnen, Kohlepizza und flüssigen Elixieren en masse. Wir haben die Welt gerettet, in mehr oder weniger lächerlichen und wunderschönen Kostümen. Und unser Sofa (bitte, bleib!) behüpft sich besser als jedes Trampolin.
Schön wars, leider schon vorbei, der letzte Posten dieses Monats, der mich am Tagezählen auf nächstes WE gehindert hat. Alles futsch, die kommende Woche kann mich mal und könnte ruhig ausfallen, denn Freitag gehts endlich wieder auf Tour, mit Julinde.
Es sei.
Keine sieben ganzen Tage mehr.

Freitag, 8. Oktober 2010

Nichts bleibt mehr...


... außer kiloweise Schlamm aus ganz Deutschland an meinen geliebten nicht mehr ganz neuen Stiefeln (danke Efa für die OP ;) ). Jetzt ist die Saison tatsächlich vorbei, es ist Freitag Abend und ich bin in keinster Weise auch nur auf halbem Weg zum nächsten MPS. Komisches Gefühl, und warum posten auch die weniger üblichen Verdächtigen nur von Kopfschmerzen und Langeweile im Gesichtsbuch? Schlechter Scherz, oder schlichter Zufall. Jedenfalls ist der "Ernst des Lebens" wieder angelaufen, dem ich bisher nur mäßig viel abgewinnen kann. Autorenfilm statt Blockbuster, dummerweise scheint der Autor noch zu schlafen. Ist wohl mal wieder an der Taverne versackt, oder immernoch. Wenigstens scheint (tagsüber) die Sonne und beschert uns den goldensten Oktober, an den ich mich erinnern kann, ich schlafe auf dem Balkon, weil der Schlafsack zu mir hält, und finde Zeit für wichtige spannende Tätigkeiten wie Wäsche waschen oder Schuhe kaufen.
Viel Spaß euch da draußen; ich tanz den Saltarello 0815 und geb mir Mühe, nicht die Tage zu zählen.
Liebe Krüße,
eure Caro

Mittwoch, 15. September 2010

Summer's End


Vor zwei Monaten hab ich an dieser Stelle den Sommer um alles Mögliche gebeten, und was soll ich sagen: mein niedliches Stoßgebet wurde mehr als erhört. Zwei Monate lang wurden ohne erwähnenswerte Unterbrechung (siehe "Leerlauf") absolut erfüllt von Sonne, Party mit tollen Leuten, hübschen Orten und unzähligen Autobahnkilometern, viel Musik, Dixiklos, Shisha, Zeltnächten und Holgerübernachtungen, Sandstrand, Meer und Seen, unschätzbaren neuen Bekanntschaften und alten Freunden, Zapata und Amarula, Wiesen und Matsch.

Auch wenns keiner liest: ein riesiges Dankeschön an alle, die zu meinem Super-Sommer beigetragen haben! Besonders an eine, die es sehr wohl liest, nämlich meine Superschwester. Julinde, ich lieb Dich! Du bist die Beste, und ich freu mich schon so aufs Wochenende und unsere nächsten Schandtaten und auch schon die nächste Saison!

Jetzt neigt mein Sommer sich seinem Ende zu, bzw. legt wohl nur eine kurze Pause vorm sicher grandiosen Endspurt ein. Verbunden mit mehreren Abschieden, u.a. von meinem geliebten Holger. Dem wurde unser Wahnsinn wohl zuviel, oder er hat gerochen, daß ich in Erwägung zog, ihn im Winter abzumelden - nicht mit Holger! Warst das beste Auto, danke. Aber zum Glück hab ich kaum Zeit zum Trauern. Borken, Maxlrain, Gelsenkirchen,wir kommen! Ach, und Uni ist zur Abwechslung dann auch mal wieder. Nett.

Liebe Grüße,
eure Caro

Dienstag, 3. August 2010

Leerlauf


Weil in meinem Leben zur Zeit so viel los ist, brauch ich nicht auch noch Kreativität, um einen Blogpost zu füllen. Allein mein Terminplan soll euch das Staunen lehren und Tränen in die Augen treiben, weil ihr zuhause oder im Internetcafé am Ballermann am PC sitzt und keinen blassen Schimmer habt.
Nach drei Tagen im brandenburgischen Land des PsyTrance, mit Holger, Ady &Co auf der VUUV, Brüderchen-Besuch in der Hauptstadt und ganztägiger Bahnreise habe ich jetzt noch fast drei Stunden Zeit, für die nächsten Etappen zu packen und sicherlich nicht zu schlafen. Noch heute gehts zurück nach Berlin und Mecklenburg, normalverteilte Familie abklappern und mit Ed pure, für außenstehende schwer nachzuvollziehende Euphorie leben. Morgen für zwei Tage zu den lieben Vuuvern und meinem guten Holger nach Graal-Müritz, Ostsee-Chillen mit Sonne, Sand und Wasser. Am Wochenende gehts mit Ed zum M'era Luna, mit zahlreichen (auch mir unbekannten) tollen Bands, Camping und Aftershowpartys, eindeutig ein Highlight des Sommers. Anfang nächster Woche Familie 2.0, nach Berlin und zum schönsten Arsch der Welt. Und dann... irgendwann wieder Richtung Süden, mit Eva ins hübsche Bayern, MPS Singen, Anna&Ulfs Hochzeit 2.0, MPS Speyer, eine kleine Woche sturmfrei (weil Ady im Familienurlaub - dem "letzten gemeinsamen", wie es seit drei Jahren regelmäßig heißt), dann Nocturnal Culture Nights im tiefsten Sachsen mit den Mädels - hurraaaa :D
So und bevor ihr, meine werte nicht vorhandene Leserschaft, anfangt zu sabbern oder gelb vor Neid oder angestautem Urin zu werden, geh ich jetzt packen und wünsche jedem auch nur einen Bruchteil meines großartigen Sommers.
Amarula!
Liebe Grüße,
eure Caro

Dienstag, 13. Juli 2010

Not a Love Song


Liebster Sommer,

verweile doch, Du bist so schön! Und setz ruhig noch einen drauf, von mir wirst Du keinen Laut des Jammers ob der Hitze hören. Ich liebe Dich mit Haut und Haar, am besten ohne Klamotten. Du kannst mir gar nicht heiß genug sein, es lebe das Kalahari-Feeling, daran ändert Holgers Klimaanlage auch nichts. Ab Freitag will ich mit Dir tanzen, noch mindestens vier Wochen lang, so hat es der Siebenschläfer versprochen. Nimm mich mit in alle Zipfel Deutschlands, feg die Autobahnen frei für das Holgermobil und laß alle alten und hässlichen Menschen aus Angst von der Sonne zuhause bleiben. Behüte mich vor langen Hosen und geschlossenen Schuhen und treibe mich in die Dusche. Bräune mich bis zum Umfallen, oder füll mich ab bis zu ebendiesem Ziel. Schenk allen coolen Leuten gute Laune, auf daß sie Tag und Nacht mit mir feiern mögen.
Alles Liebe, wir sehen uns gleich draußen, wenn ich auf dem Balkon schlafen gehe.
Deine Caro

Montag, 10. Mai 2010

Singin' in the Rain


Exakte drei Monate nach dem letzten Post bin ich wieder da - also hier. Wieder da bin ich schon wieder eine ganze Weile, nach drei Wochen an einem wohl schönsten Zipfel der Welt, Südafrika. Zum Glück hält sich die Wehmut darüber, daß die vorerst schönsten drei Wochen des noch so jungen jahres bereits hinter mir liegen, in Anbetracht der großartigen Erlebnisse und unvergesslichen Eindrücke dort unten in Grenzen. Vielleicht teile ich ein paar davon mit euch, aber wohl weder chronologisch noch überhaupt logisch, sondern impressionistisch. Da der seit zehn Tagen anhaltende Dauerregen momentan die Empathie mit der Kalahari relativ weit entfernt erscheinen lässt, gibts heute erstmal ein in näherer Vergangenheit liegendes Erlebnis.

Zwei langhaarige Gestalten in langen Röcken schweben Arm in Arm auf das Tor zu. Beseelt zücken wir unsere exklusiven Jahrestickets im schicken Kreditkartenformat, halten den kritischen Blicken des ersten Gewandeten stand und taumeln direkt ins bunte Geschehen. Der Duft von nassem Heu, schwelenden Feuern, echtem Brot und altem Honigwein begrüßt unsere vom Winter ausgetrockneten Nasen. Ein staunender Spaziergang bis zum Rhein findet sein Ende im nicht ganz authentischen Blick auf die Uhr, der ein erwartungsvolles Pilgern in Richtung Hauptbühne nach sich zieht. Überwältigt von der Bewegungsfreiheit und viel frischer Luft fangen wir an zu tanzen - die MPS-Saison 2010 ist eröffnet!

Und in drei Wochen geht sie für mich weiter, hurra.
Liebe Omi, alles Gute zum Geburtstag und gute Nacht.

Liebe Grüße,
die Caro

Mittwoch, 10. Februar 2010

Kaum war ich nach langem Kampf aus dem einmonatigen Winterschlaf erwacht, versucht mich Frau Holle erneut in weißer Watte einzulullen. Das Leben draußen steht still; der Blick aus dem Fenster sagt mir, daß die Gute in der Nachbarschaft sehr erfolgreich war mit ihrem teuflischen Plan. Doch mich kriegt sie nicht. Weil all das, was in Kürze vor mit liegt, mich jetzt schon so aufgeregt erfüllt, daß an Schlaf gar nicht zu denken ist.
Was ich eigenlich sagen will: Schnee ist kacke und Winter auch und Kälte auch.

Liebe Grüße,
eure Caro

Dienstag, 19. Januar 2010

Meisenparty


Wenn im eigenen Leben schon nichts los ist, bereitet es doppelt so viel Freude, andere Lebewesen in ihrem aufregenden Alltag zu beobachten. Und wenn man den dann auch noch mitgestalten kann, spielt man ein bißchen Gott und die Welt ist bunt, oder so ähnlich. Jeder fängt mal klein an, und nachts sind alle Katzen grau. Die Meisen vermutlich auch, aber die kommen doch nur tagsüber an meinen Balkon, um sich an den Meisenknödeln, die wir liebevoll im Baum und an den traurigen Resten der abgeernteten grünen Lieblingspflanzen drapiert haben, gütlich zu tun. Von bulligen Kohlmeisen über blaue Blaumeisen und winzige Sumpfmeisen bis hin zu artistisch begabten Schwanzmeisen ist alles dabei. Und manchmal sind auch ein paar Finken da, und Spatzen auch, aber die scheinen zu doof für dieses Buffet. Letztes Jahr wurden insgesamt drei Knödel von unterschiedlichen Krähenvögeln geklaut. Diesen Winter wird die Idylle nur von Hausmeistergehilfen bedroht, die meinen Balkon heraufklettern, um das wacklige Geländer zwecks Erneuerung zu vermessen. Ich selbst bin im Sommer auch schonmal zum Balkon hochgeklettert, als ich mich ausgesperrt und alle Schlüssel auf dem Küchentisch liegengelassen hatte. Eigentlich fast beunruhigend, wie leicht man praktisch in meine erweiterte Wohnung kommt. Aber nur fast; ich mache Winterschlaf in meinem Nest unter dem Dach und niemand wird mich daran hindern.

Liebe Grüße,
eure Caro

Samstag, 28. Juni 2008

Ja, es gibt Neuigkeiten: Ich bin an der Uni Basel genommen worden und habe gestern die praktische Führerscheinprüfung bestanden (was mir allerdings doch 24 Tage nicht viel hilft).
Und heute war ein unglaublich unproduktiver Tag, an dem ich noch viel mehr Latein hätte lernen müssen, als ich geschafft und gewollt habe, weil ich mich kommenden Dienstag der schriftlichen Latinumsprüfung stellen muß. Außerdem war es heute den halben Tag kalt und grau draußen. Dafür hatte ich am Abend auf dem eigentlich langweiligen Feld hinter Apfelhausen ein wirklich hübsches Erlebnis. Nicht nur, daß die beiden Hasen (es sind wirklich keine Kaninchen) nur knappe 20 Meter vor mir über den Weg gehoppelt wären, nein.
Kennt ihr diese Luft, die sich auf der Haut zwar kühl anfühlt, aber ganz warm riecht und das absolute Gefühl von Sommer und Wohlsein (prost) vermittelt? An einem Getreidewind konnte ich mich schon die ganzen letzten Tage erfreuen; aber plötzlich wars noch viel besser und da ich glücklicherweise weder Physiker noch Meteorologe noch Bauer bin, musste ich nicht weiter über diesen unverhofften Eindruck von Urlaub nachdenken und konnte mich einfach so tief ins Gras setzen, daß die Bundesstraße und die Freileitungsmasten aus meinem Blickfeld verschwanden. Und so gut gings mir lange nicht mehr (immerhin seit ich hier wieder alleine hänge), wie als ich mit dem 2. Satz aus Dvořáks 9. Symphonie in den Ohren im Feld saß, den Sommer atmete und als einzige Gedanken solche an liebe Menschen dachte. Aber dann war der Satz zu Ende und die Mücken kamen und es wurde dunkel und kalt und das wars dann. Reicht wohl auch wieder mit der Glückseligkeit - wenns am Schönsten ist, soll man ja angeblich aufhören (dagegen).

Liebe Grüße,
eure Caro

Freitag, 23. Mai 2008

Per Aspera ad Ärzte

Ohhh, lö Parih - eine wunderschöne Stadt, die ich letztes Wochenende besichtigen durfte, und mit der richtigen Begleitung (die ich hatte), kann dies wirklich die Stadt der Liebe sein. Und hervorragenden Käse gibts da, viel zu viele hübsche Häuser, Ruhmeshallen, Kirchen, Märkte, Parks und Metrostationen. Ich liebe die U-Bahn an sich, auch, wenn sie stinkt - das ist der Duft der Großstadt! Was wären Moskau, Paris, St. Petersburg, London, Berlin (oh, ich bin ja so ein Weltenbummler) ohne diese faszinierende Welt unter Tage? Aber eigentlich sind wir in Paris ja mehr gelaufen als Metro gefahren, weil die Innenstadt dafür klein genug ist und man viel mehr von allem sieht. Seltsam. Auch, wenn Paris zweifelsohne noch teurer und finanziell studentenunfreundlicher ist als die Schweiz, werde ich garantiert wieder hinfahren. Weil es dort so schön war und ich schon lange keine so erstklassige Erkältung mehr hatte wie diejenige, die ich mir als Souvenir mitnehmen durfte und die länger überlebt als der Camembert und das vorzügliche Mousse au Chocolat in meinem Kühlschrank.

Leider kommt mir dieses herrliche Wochenende in der Fremde schon wieder sehr, seeeehr weit weg und lange her vor; was eine einzige Woche im Keller doch alles zunichte machen kann... Und die letzten beiden Tage habe ich auch fast ausschließlich dort verbracht und Latein für eine olle Klausur morgen (am Samstag!) gepaukt. Daher auch der blöde Titel.
Aber wenn die Klausur geschafft oder auch nicht geschafft, jedenfalls hinter mir ist, sprinte ich zum Bahnhof und fahre in die heimische schwäbische Provinz, um live und open air mit so nahmhaften Supportbands woe Die Türen (???) auf die Ärzte zu warten. Und dann hab ichs endlich geschafft, und die Strapazen der letzten Kellerwoche können - egal, die sind dann einfach weg. Hurra!

Liebe Grüße,
eure Caro

Freitag, 18. April 2008

Wochenend und Sonnenschein


Meine Bewerbung für Basel ist seit 10,5 Stunden weg, ihr könnt mir also nur noch die Daumen drücken oder es bleiben lassen, jedenfalls hab ich jetzt keine größere Aufgabe mehr.

Deshalb hatte ich heute die einmalige Gelegenheit, mich mit einer Kugel Schokoeis in der Waffel auf den Uniplatz zu setzen und mit an die Alte Uni gelehntem Kopf die erquicklich warme Sonne zu genießen. Ich hatte es mir ganz hübsch vorgestellt, bei diesem endlich wieder schönen Wetter tausende fröhliche, sonnenhungrige Menschen zu beobachten und mich am Nichtstun so richtig zu freuen. Als Erstes lief eine Gruppe kulturell interessierter Rentner quer durch mein Sichtfeld. Offenbar reichen knappe 15 Grad, um den Deutschen zu seiner schlimmsten Sünde anzustiften: weiße Socken in Sandalen. Und die netten alten Damen konnten auch endlich wieder ihre Krampfadern lüften, welch Wohltat. Eine kleine Gruppe halbstarker HipHop-Freaks war ihnen dicht auf den Fersen, und aus der entgegengesetzten Richtung drängten sich zwei wirklich wunderschön geschminkte Studentinnen mit falschen Gucci-Täschchen in mein Blickfeld. Nicht nur weil die Sonne ganz schön blendete, schloß ich die Augen und stellte mich auf ein friedliches Sonnenbad ein - bis sich fünf Meter weiter eine Gruppe holländischer Jugendlicher niederließ, eine offensichtlich genervte Mutter in herzallerliebstem Schwäbisch nach ihren ungezogenen Kindern rief und mir schließlich die Sonne gestohlen wurde. Von zwei jungen Männern (!), oder eher Jungs (ob sie wohl schon 15 waren?), die mit ihrer Schulklasse aus Belgien unterwegs waren und echte Heidelberger kennenlernen sollten. Für ortskundig gehalten zu werden schmeichelte mir natürlich, und so ließ ich mich auf ihre kleine Umfrage ein - die sich auf die Fragen, ob ich Alkohol trinken, belgisches Bier und Heidelberger Diskotheken kennen würde, und ein Beweisfoto beschränkte. Aber immerhin konnte ich heute zwei junge Menschen sicher sehr glücklich machen. Die Sonne wollte ich aber trotzdem noch ein bißchen nutzen, und um weiteren akustischen Störungen vorzubeugen, ließ ich mir vom iPod helfen.
So lässt es sich aushalten, im (t)ollen Heidelberch, in der Sonne.

Liebe Grüße,

eure Caro

Montag, 7. April 2008

Nichts Neues in Apfelhausen

Nach... Semesterferien hat mein Keller mich seit gestern Abend endlich wieder. Ja, wie habe ich ihn vermisst. Und er mich erst. Wir könnten ein richtig hübsches Paar abgeben, wir beide. Aber er hat ja schon seit mindestens 60 Jahren eine Andere; die Gute wohnt über mir und hat ihren Fernseher wiedermal so laut gestellt, daß ich wirklich selbst keine Musik anmachen muß - sehr praktisch.

Die Vorlesungszeit hat also wieder angefangen und ich habe noch keine einzige Veranstaltung meiner Studienfächer belegt, nur meinen tollen Lateinkurs besuche ich wohl weiter. Wie die meisten von euch wohl wissen, habe ich vor, im Sommer Heidelberg den Rücken zu kehren und ab September in Basel zu studieren; und da vermutlich verschwindend wenige der Punkte, die ich hier sammeln könnte, dort angerechnet werden können, und alles aus meinen Fächern zu langweilig ist, um es vollkommen freiwillig zu machen, mach ichs auch nicht. Und mir bleiben nur freie Morgen zum Ausschlafen, wunderbare freie Tage, Fahrschule, Latein und Chor abends. Vermutlich sollte ich das genießen.

Was stellt ihr mit so viel Freizeit an?

Liebe Krüße,
eure Caro

Mittwoch, 27. Februar 2008

Have a little Priest?


Wie (fast) alle hab ich seit zwei Wochen Semesterferien, nur kann ich nicht viel damit anfangen. Ein sicher netter, mir versprochener Kellnerjob ist geplatzt, und so sitze ich noch 
eineinhalb  Wochen abwechselnd bei meinen Eltern und warte darauf, daß etwas passiert oder endlich der 8. März kommt, wenn unser großes (oder nich ganz so großes, aber sicher tolles) Tieringen-Revival stattfindet, hurra.
Heute durfte ich immerhin schon zwei große Taten vollbringen; einem faulen Achtklässler eine hübsch bezahlte Nachhilfestunde in Englisch aufs Auge drücken und Suppe kochen. Lecker mit Hühnerbrühe, Möhren und Zucchini. Ist das nicht was? Aber müde bin ich trotzdem.
Rechts gibts eine kleine neue Umfrage - das ist immer nett, wenn man bei 4-5 Stimmen knobeln kann, wer wohl welches liebe Kästchen angeklickt hat...
Liebe Grüße,
eure Caro

Dienstag, 5. Februar 2008

Zu viel des Guten


 Naaaaa ganz so wollte ichs jetzt auch wieder nicht. Hilfe, ich muß schlafen. Oh nein, da studiere ich extra Geisteswissenschaften und muß trotzdem bis Sonntag warten, bis ich wieder einmal ausschlafen kann. Was sagt man dazu. Noch vor ein paar Wochen hätte ich mich um weniger Freizeit gerissen; aber gerade ist sogar mein unspektakuläres Studium aufwendig, und das nur,
weil aus der Rößener Kultur so viele dumme Regionalgruppen für das 
Mittelneolithikum entstanden sind. 
Und die Vorzeitigkeit in der Vergangenheit im konjunktivischen 
Nebensatz immer durch den Konjuktiv Imperfekt ausgedrückt wird.
Oben zu sehen ein Kumpf der früheren Linienbandkeramik.
Am Wochenende sing ich die Matthäuspassion (alleine, doppelchörig, ist doch klar), und da muß ich die ganze Woche ständig in Proben, hurra. Das wird schon hübsch, aber ich hab keine Zeit mehr, für nix. Außer für das hier. Da sieht man es mal.
Liebe Grüße,
eure Caro

Mittwoch, 9. Januar 2008

Langweilich

Ja, ich wohne in Heidelberg. Angeblich DER Studentenstadt schlechthin. In der man für ein kleines Bier 2,90 Oiro und den Döner 3,80 bezahlt und einen Studentenausweis aus Papier ohne Foto bekommt.
Aber heute ist Mittwoch Abend, und wie meistens sitze ich da in meinem Keller. Und lausche dem Fernseher meiner Vermieterin über mir. Ob Bachs Vertonung der Leidensgeschichte Christi nach dem guten alten Matthäus als Konkurrenzkrach sooo geeignet ist, weiß ich nicht; aber wenigstens kann ich damit meinen Bad-und-Küchen-Mitbenutzer, der unter der Garage wohnt, irritieren.
Satt geworden bin ich heute von leckeren Asia-Wasabi-Erbsen, die süchtig machen.
Das kleine Viech da oben ist übrigens ein plüschiger Schweinehund, so einen möcht ich auch mal haben, den müßte man nicht immer überwinden.
Ja, ich hätte mittlerweile sogar ein bißchen was zu arbeiten. Trotzdem nutze ich so einen langweiligen Mittwochabend lieber, um Knöpfe an meinen Mantel anzunähen, mich über Rudis Stromausfall lustig zu machen und meinen Mülleimer umzuwerfen. Mit der Wiedereinsammlung des Inhalts konnte ich immerhin weitere zwei Minuten totschlagen.
Gott sei Dank gibt es ein paar Menschen, die mich zwischendrin online unterhalten, sonst wäre ich schon ins Bett gegangen.
Aber das tu ich jetzt trotzdem.
Gute Nacht und liebe Grüße
eure Caro