skip to main |
skip to sidebar
Mein letzter Eintrag liegt schon eine Weile zurück, aber das war absolut geplant und musste so sein. Denn ich brauchte ein bisschen Zeit, um mich mit dem Kleingeld in meinem roten Portemonnaie und verschiedenen Verwendungszwecken sowie umfassenden Studien zur bestmöglichen und schlechtesten Anlage dieses Münzgeldes zu beschäftigen. In den vergangenen vier Wochen fristete ich mein Dasein am Rande des Existenzminimums und musste zum ersten Mal seit langer Zeit erfahren wie es ist, ein Zwei-Euro-Stück als wertvollstes Zahlungsmittel zu besitzen. In diesen Testwochen habe ich die wahre Bedeutung von Zwanzig- und Zehn-Cent-Münzen erst richtig kennengelernt. Denn obwohl ich seit Wochen am Jammern bin, ich hätte kein Geld mehr, schaffte ich es doch recht regelmäßig, meine gülden glänzenden Münzen für einen schmackhaften Döner oder ein leckeres kleineres alkohlisches Getränk zusammenzukratzen. Nebenbei konnte ich sogar noch zwei für mich neue Kneipen kennenlernen und habe mir gemerkt: in der einen muss man für einen Baileys vier Zehnerchen mehr herschenken als im Spielplatz, in der anderen nicht. Und wenn man dem freundlichen Kebabhausmenschen das Geld für den Döner perfekt abgezählt, z.B. ein Euro-Stück, zwei Fünfziger, zwei Zwanziger und einen kleinen Zehner, gibt und dazu nett lächelt, bekommt man den großen, duftenden, saftigen, leckeren Döner mit extra viel Fleisch, Zwiebeln und Knoblauchsoße immer noch zum Schülerdönerpreis. Jaja. Ich behaupte nicht, dass das interessant ist. Aber für mich waren es sehr wichtige Erfahrungen. Wirklich.Liebe Grüße,eure Caro
Dass am vergangenen Donnerstag in weiten Teilen Deutschlands ein netter junger Mann namens Kyrill eine hohe Alarmbereitschaft auslöste, dürfte wohl allen bekannt sein. Wir hatten an jenem Tage sturmfrei. Oder, nachdem sich ein paar Kinder nicht wieder einkriegen konnten über den unglaublich lustigen Begriff, gab es eben "orkanfrei". Das bedeutete, dass nach dem Mittagessen alle ins Internat sollten/mussten und das Gebäude bis zum nächsten Morgen nicht verlassen sollten/durften. Zunächst rollten gigantische Heerscharen von Schülern zum Norma, um das Überleben auch für den Krisenfall und dreimonatiges Zwangsasyl im Internat zu sichern. Und Eva und ich hatten viel Spaß bei unseren Versuchen, Panik zu verbreiten, indem wir fürchterliche Geschichten über die Sicherheit in Haus elf verbreiteten - von Ziegeln, die im Hausinneren fallen könnten, bis hin zur unbedingt notwendigen Maßnahme, alle Kinder im Keller schlafen zu lassen. Weitere Höhepunkte des Nachmittags waren der "König der Löwen", der eher langweilige Film "Paris, Texas" und der Kuchen, den man sich im Dienstzimmer abholen konnte. Abends hatten wir viel Spaß mit unmenschlichen Massen selbstgemachter Pizza und der Verwüstung der WG Kaschl 2 - letzteres mussten wir unter den amüsierten Augen des Internatsleiters leider wieder rückgängig machen. Und das wars auch schon. Nett, aber nicht außergewöhnlich. Das war alles, was ich von Kyrill hatte - denn ich bin nicht wie viele meiner armen Mitmenschen auf die olle Bahn angewiesen, um nach Hause zu kommen. Ha, ha.
Liebe Grüße,
eure Caro