
Ich finde das nicht richtig. Dass solche Dinge die Welt regeln sollen, wo kommen wir denn da hin. Und überhaupt, da verstehe ich keinen Spaß. Können die da denn nicht einmal die Klappe halten? Oder wenigstens? Das geht doch nicht. Und immer auf die kleinen Dicken, oder auf Stefan. Wobei daran ja prinzipiell nichts falsch ist. Aber trotzdem. Das Schlimmste ist allerdings: Niemand stört sich daran, und das ist der springende Punkt. Denn wenn jeder wenigstens einmal auf die Straße gehen würde, ginge es mir und der Welt besser. Aber nein - bequem sind die Menschen geworden, und ich erst. Zufrieden kann man damit aber doch nicht sein. Erst neulich hörte ich, wie sich zwei Damen mittleren Alters vor mir im Bus unterhielten. Die eine Frau hatte Probleme mit ihrem Bügeleisen, die andere klagte über den Verlust diverser Lockenwickler, die sich in ihrem gut geführten Haushalt scheinbar in Luft aufgelöst hatten. Beide konnten nächtelang nicht schlafen deswegen, aber sie waren sich einig, dass sie diese Probleme nicht beheben würden, indem sie ihre Familie oder weitere damit konfrontierten, sondern dass jeweils Ersatz käuflich erworben werden sollte. Damit will ich eigentlich nur sagen: Manche Menschen haben zu viel Geld und zu viel Zeit. Und andere müssen hungern, oder sammeln Briefmarken. Worin hier der Zusammenhang besteht, weiß ich noch nicht genau, ich habe ja schließlich auch nicht Germanistik studiert. Aber dass scheinbar zusammenhanglose Dinge unmittelbar miteinander verknüpft sind, wissen wir ja spätestens seit dem Englischunterricht in der Oberstufe. Ein weiteres Zeichen dafür, dass die Welt schlechter wird, ist der Martinstag. Ja, am nächsten Samstag sollte wieder dem heiligen St. Martin gehuldigt werden - aber die Einzigen, die das heutzutage noch tun, sind die frischen, unbeschmutzten Kindergartenkinder. Dabei war der Martin so ein guter Mann - er teilte seinen Mantel mit einem armen Mann, der in der Kälte darbte. Und es war ihm völlig egal, dass seine eigene Mantelhälfte nicht mal reichte, um seine knochigen Schultern zu wärmen, so dass er sich vermutlich wenige Tage später steifgefroren im Graben nicht mehr wiederfand. Schade eigentlich, und noch viel trauriger ist es deshalb, dass man diesem guten Menschen heute nur noch gedenkt, wenn man drei bis sechs Jahre alt ist, Kindergärtnerin oder Elternteil eines Kindes im besagten Alter ist. Außerdem weiß auch kaum noch jemand, warum man an diesem elften November gelegentlich eine Martinsgans verzehrt; ich weiß es auch nicht, und ich hatte meine auch schon heute; sie war sehr lecker, mit Kartoffelklößen und Grünkohl und Rosenkohl und Rotkohl. Und bin immernoch sehr, sehr satt.
Liebe Grüße,
eure Caro
3 Kommentare:
Tjaja... Sachen gibts...
Und eigentlich hast du ziemilch recht. Ich glaube ich gehöre auch zu der Sorte Mensch, die wenn sie etwas verlegt, rs früher oder später nachkauft. Vielleicjt sollte man mehr Germanistik studieren. Ob man dann weniger Sachen verlegt? Vielleicht hat man auch einfach weniger Geld. Oder eine unglückliche Tochter im Alter von 3 bis 6 Jahren, die St. Martin feiert.
Ich feier gerne St. Martin. Allein schon weil so viele kleine Kinder auf der Straße sind. Und alle haben Laternen und sehen so lieb aus.
Aber die Sache mit dem Zusammenhang und dem Englisch-Unterricht stimmt schon: Früher hätte ich nie gedacht, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Short Stories, roten Haaren, Bachchorälen und Auschschlafen gibt. Aber diesen Zusammenhang haben wir dank Englisch gefunden. ^^
Grüße, Adrian
Auch wenn mir sich die inhaltlichen Zusammenhänge deines Beitrags noch nicht ganz erschlossen haben:
Ich bin voll und ganz deiner Meinung. Wo kommen wir denn da hin? Nein die Menschen sind seltsam geworden...
Und die Caro erst.
natürlich gehts bergab. aber das ist doch nix neues. aber ich sags ja schon immer - ein bier marianne - unter hitler gings uns noch besser! da hatten wir noch arbeit. und es gab auch keine verkehrsunfälle. alle mussten ja die autobahnen bauen. und was ist heute? jede minute stirbt ein mensch auf der straße. wie zu den 68ern. das waren auch harte zeiten. aber wir haben das durchgestanden und haben den jungen hüpfern gezeigt wo der hammer hängt! ja! und darauf trinken wir! prostata!
Kommentar veröffentlichen