Montag, 2. April 2007

Poetischer Realismus

Auch wenn dieses Eingeständis fürchterlich schmerzt, muss ich Paul beipflichten und mich endlich zu einem neuen Beitrag durchringen, in der Hoffnung, ein wenig Zerstreuung zu finden und mich wieder einmal im sehr weiten Feld des Schwachfugs zu verlieren.Heute habe ich mich zum allerersten Mal ein bisschen ernsthaft mit dem Lernen für das sehr, sehr, sehr, zu bald anstehende Abitur beschäftigt. Drei Stunden Mathekurs, plus eineinhalb Stunden Lektüre der Lektürehilfe zu Schillers "Kabale und Liebe", plus unzählige Minuten, die ich intensiv mit der Erschaffung einer kleinen, langsamst kriechenden, noch kontrollierbaren, aber in zu naher Zukuft sicher unberechenbaren Panik verbringen durfte - eine wahre Freude. Allein ich lerne mit den Schülerlektürehilfen von Klett, deren Qualität besonders durch die Nichtempfehlung von Frau Dehé gewinnt. Übrigens sind Ferien und die Sonne scheint. Welch Glück, dass ich ausreichend intellektuelle Beschäftigung für ein ganzes Jahr Ferien geboten bekomme, beziehungsweise mich selbstständig mit selbiger versorgt habe. Wahrlich ist der einzige Wermutstropfen, den ich in diesen wunderschönen, arbeitsamen, produktiven und geistig ertragreichen Wochen bitter schlucken muss, der dreiwöchige Verzicht auf die Dienstagabendproben des Motettenchors. Dies ist um so trauriger, als ich in dem schröcklichen Zustande der Gewissheit leben muss, die künftigen Proben, bei welchen ich zugegen sein werde können, fast an den Fingern zweier Hände abzählen kann. Eine traurige Wahrheit, die ich verdrängen könnte, wäre ich Lady Milford. Gegen diese und das gesamte Werk, indem sie intrigiert und leidet, beginnt in mir ein verständlicher, aber unpraktischer Hass unaufhaltsam zu wachsen; wie ich mich auf den Moment freue, indem ich das dunkelgrüne Hamburger Leseheft und das rosa-mintgrüne Klettbuch aus der erschöpften Hand legen kann und mich erfreulicheren Dingen wie Effis feuriger Affäre mit dem adretten Major widmen kann... So viel Spaß für wenig Geld.Liebe Grüße,eure Caro

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Effi klatscht!?

Nein, das ist nicht lustig. Genau wie ich. Und das Abi. Ich hab ganz andere Probleme. Nämlich einen verpeilten Musiklehrer, der vergessen hat, uns IRGENDWELCHES Material über unser Schwerpunktthema zu geben, zu dem er natürlich auch im Unterricht noch kein Wort verloren hat. Und eine Klassenkameradin, die Panik schiebt, weil sie irgendwelche neuen Prüfungsdinger entdeckt haben will, aufgrund derer wir untergehen werden, und ein Klavier, das seinen Geist aufgibt, und diese Langeweile bei der Lektüre der Lektürehilfe zur Englischlektüre. Aber immerhin darf ich fleißig Tropen und Rhetorische Stilmittel auswendig lernen, das bereitet viel Freude, was nicht wunder nimmt, kennt man meinen verwirren Geist.
Und jetzt musst du sterben: Piff, paff! Hahaha! Wenn das Herr M. aus dem Fach G. wüsste, für den wir eine H. über K.s Schrift zum ewigen F. schreiben mussten, dann würde es uns allen sch. gehen. Aber so bleibt dies uns erspart. Höhö. SOOOOO, wie lange könnte ich das wohl noch strecken? Keine Lust mehr, hab ja noch besseres zu tuuuuuuuun, muhahahahaha!
(geht manisch lachend nach draußen und ersäuft sich im Biotop. Alle Blicke wenden sich wieder auf die Biergläser auf dem Tresen, alle tun so, als hätten sie nichts gesehen. Ein Streifenwagen kommt vorbei und ein Polizist fischt mit einer langen Stange die Leiche aus dem Wasser.)

eva hat gesagt…

Gnädige Frau,

Auch ich ergehe mich nun seit den letzten Tagen in sich immer mehr intensivierdendem Selbstmitleid in Anbetracht meiner durchaus bemitleidenswerten (auch wenn mir solches unberechtigterweise noch nicht in allzu großem Maße zugekommen zu sein scheint) Lage des Schülers, der sich nun nach 12 jähriger (leicht verkürzter Wartezeit) allzuplötzlich mit der lange gefürchteten und nunmehr fast erhofften Prüfung konfrontiert sehen muss. Und nicht nur dass, auch zum Schreiben der endlosesten Sätze lasse ich mich hinreißen, seit ich mich gestern nur allzu ausführlich und gerade noch rechtzeitig dem Schreiben einer Hausarbeit in GK widmete, die zwar quantitativ an Wert vorweisen kann, deren Inhalt sich jedoch mit 4 einfachen Wörtern schnell zusammenfassen ließe: Sinnfreies Gebrabbel über Kant.
Ich entschuldige mich für diese unflätigen Worte und verbleibe mit meinen inständigen Hoffnungen und Wünsche darauf, dass diese schröckliche Zeit nun bald vorüber sein möchte und ich mich wieder meinem lieben Geert widmen kann, der sich doch gar zu gütig gegen mich hält.

ewawawa

Adymady hat gesagt…

Mein Klavier tut noch.
Zum Glück.
Wie hätte ich sonst heute früh eine Beethovensonate spielen können.

Ich hatte keine Lust mehr auf Horn üben. Irgendwie hab ich grad sehr wenig Lust auf Schulmusik. Ich muß Paul beipflichten, dass das ein ganz schönes Affentheater geworden ist, was unser seltsames Schwerpunktthema und die grausamen Dinge, die von Paul besagte Kameradin da aufgedeckt hat.

Um Deutsch kümmer ich mich noch nicht so richtig. Hab zwar auch schon in die Stilmittel reingeschaut, da ich vmtl Gedichtinterpretation im Abi mach, aber naja was solls.

Und Bäääääm (für Paul: bämbabämbäm) da erschoss mich das Abitur mit seiner Unberechenbarkeit.

Ich hab keine Lust mehr.
Nich mal auf Englisch. Das ich jetzt den ganzen Nachmittag gemacht hab *kotz*.

Ich hab mich entschlossen lieber meine restl. Gehirnleistung von heute in "Das Lied von der Glocke" zu stecken. MAcht mehr Spaß.

Grüße